Binz
Ostseebad Binz - Zu den Ursprüngen der Bäderarchitektur
Eigentlich war Binz einmal ein kleines Fischerdorf mit dem Namen „Byntze“, das im Jahr 1318 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde.
Heute ist Binz das größte Seebad auf Rügen, der sonnenreichsten Insel Deutschlands. Feinsandig ist der Strand, der Meeresgrund steinfrei, das macht Binz zu einem Badeparadies. Neben dem flachabfallenden 5,5 km langen Sandstrand exisitieren weitläufige Waldgebiete, die Schmale Heide und die Granitz, die für Wanderer ideal sind.
Binz ist der Inbegriff der Ostsee-Bäderkultur. WeißeVillen mit verzierten Balkonen, Erkern, Türmchen und Veranden reihen sich entlang der Strandpomenade aneinander wie eine weiße Perlenkette.
Mit über 10.000 Gästebetten ist Binz das größte Seebad auf Rügen.
Die Highlights im Überblick:
- Strandpromenade entlang der gesamten Binzer Bucht mit Seebrücke und im Jugendstil errichtetes Kurhaus.
- Konzertplatz mit Pavillon und Wandelhallen
- Historisches Binz-Museum
- Bahnhof und Station für den „Rasenden Roland“
- Ausgangspunkt für diverse Schiffsrundfahrten entlang der Kreidefelsen
- diverse Galerien: Galerie Jahreszeiten, Galerie Utermann
- Glasbläserei und Keramikwerkstatt
- und viele touristischen Angebote: Spaßbad, Tennisplatz, Fahrradverleih etc.
Bäderarchitektur ...
Binz gehört zu den Seebädern Rügens mit der besterhaltenen Bäderarchitektur. Die Idee der Bäderarchitektur geht letztlich zurück auf den uralten Wunsch der Menschheit, sich der Natur zu besinnen und “zurück zur Natur” zu finden, frische Meeresluft zu atmen und sich in freier Natur zu bewegen.
Die Bäderarchitektur trägt diesem Wunsch Rechnung. An der Ostseeküste entstehen Bäder für die erholungsbedürftigen Städter. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstehen so auf den aus ganz Deutschland erworbenen Grundstücken Villen, Hotels und Pensionen sowie Kurhäuser, Seebrücken zum Anlegen und Flanieren, kurz: Seebäder. In dieser Zeit entwickelt sich auch Binz zu einem blühenden Ort für die prosperierende Bäderkultur.
Die damals entstandenen Gebäude sind in den letzten Jahren den modernen Standards angepasst worden, ohne dabei den äußeren Charme der Bäderarchitektur eingebüßt zu haben, so dass die Besucher beim Flanieren entlang der Strandpromenade immer wieder der Faszination vergangener Zeiten verfallen.
Jedes Jahr im September stehen die Häuser im Stil der Bäderarchitektur ganz besonders im Mittelpunkt. Alljährlich ist der September der "Monat der Bäderarchitektur". Zahlreiche Ausstellungen, Vorträge und Führungen widmen sich den verschiedenen Aspekten der beeindruckenden ostseetypischen Bäder-Architektur. Der Besucher erfährt mehr über diesen besonderen Baustil.
Ulrich Müther
Der Binzer Baumeister Ulrich Müther, dessen Bauwerke weltweit Beachtung finden, legte in den 60er Jahren den Grundstein für extravagante und filigrane Betonschalenbauten. Ihre Erscheinung ist imposant und ungewöhnlich. Die Vielseitigkeit der Bauwerke, wie Vordächer, Planetarien, Moscheen, Bobbahnen etc., wird auch auf Müthers Heimatinsel Rügen durch zahlreiche markante Beispiele gezeigt: „Ostseeperle“ in Glowe, Musikpavillon in Sassnitz, „Inselparadies“ in Baabe und andere mehr.
In Binz sind die ehemalige Bushaltestelle am heutigen Kreisverkehr (kleine Schale als Dach aus dem Jahr 1967) sowie der Rettungsturm am Strandzugang 6 auf den Baumeister zurückzuführen. Das 1968 entstandene Bauwerk erinnert an ein „UFO“. Heute können sich Paare hier das Ja-Wort geben.
Wolgasthäuser
Eine architektonische Besonderheit: Das wohl schönste der drei denkmalgeschützten Wolgasthäuser auf Rügen ist die Villa Undine aus dem Jahr 1885 an der Binzer Strandpromenade. Auch das Binzer Privathaus „Liliput“ und ein Haus in Göhren gehören dazu.
Ihren Namen erhielten sie von einer Werft in Wolgast. Der Schiffbaumeister Heinrich Kraeft hatte am Ende des 19. Jahrhunderts die Idee, Fertigteilhäuser zu bauen, die sogar per Katalog bestellbar waren. Dafür verwendete er hochwertige Hölzer aus Übersee. Als Vorbilder dienten ihm wahrscheinlich die norwegischen „Drachenhäuser“ (mit Drachenköpfen an den Balkenenden, teilweise noch zu sehen) sowie Überlieferungen aus der nordisch-wikingischen Schiffbau- und Stabkirchentradition.
Park der Sinne
Promenieren am Strand kann man im Ostseebad Binz schon seit über 100 Jahren. Neu ist dagegen der Park der Sinne am Schmachter See. Hier können Sie sich von Brunnenanlagen mit Ihren Wasserspielen inspirieren lassen oder den Duft der Pflanzen genießen und sich anderen Blütenpracht erfreuen. Eine Erlebniswelt mit Themengarten und Spielstationen lädt die ganze Familie und alle Altersgruppen zur Entfaltung der Sinne ein.
All dies ist nur einen Spaziergang weit entfernt von der Seebrücke am Ostseestrand und dem Binzer Ortszentrum mit seinem Kurpark. Gleich gegenüber dem Haus des Gastes ist dieser Park zu finden. Er lädt mit Springbrunnen, Spielplatz, Kneippanlage sowie Ruhezonen zum Verweilen und zur Erholung ein. Als gestaltete Landschaften erhöhen die Parkanlagen in idealer Weise den Erholungswert des Ostseebades Binz. Sie ergänzen das Badeleben am Ostseestrand mit Erlebniswelten der ganz besonderen Art. Hier können Sie vor allem die Ruhe der Idylle genießen und Ihre Seele auf einer Parkbank einmal richtig baumeln lassen.
Angeln in Binz
Die Kurverwaltung Ostseebad Binz stellt Ihnen gegen Vorlage eines Fischereiausweises eine Angelerlaubnis aus. Diese gilt für die Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns (ausgenommen im Biosphärenreservat und in Privatgewässern).
Die Tageskarte kostet 5,- Euro, die Wochenkarte 10,- Euro.
Angeln von der Binzer Seebrücke aus ist zu bestimmten Zeiten gestattet:
- Hauptsaison 22:00 Uhr - 9:00 Uhr
- Nebensaison ganztägig
In folgenden Einrichtungen erhalten Sie ebenfalls Angelscheine:
Gemeindeverwaltung, Ordnungsamt, Jasmunder Straße 11, 18609 Ostseebad Binz Fon: 038393-37432
Hier gibt es Jahres-, Wochen- und Tageskarten, Fischereischein auf Lebenszeit und den Touristen-Fischereischein.
Mehr Infos unter www.angeln-ruegen.de.
Prora - massiv für die Ewigkeit
Prora, als Ortsteil von Binz, erlangte seine große Bekanntheit aufgrund eines weniger rühmlichen Gebäudes: durch die 1936 von den Nationalsozialisten begonnen Ferienanlage, die in dem Gigantismus-Denken für mehr als 20.000 Menschen geplant war, aber nie fertig gestellt wurde, so auch weder eine riesige Festhalle noch eine Kaianlage.
Zu DDR-Zeiten avancierte Prora zum größten Militärobjekt der Republik. Alle Versuche diese riesigen, zum Teil verfallenen Gebäudekomplexe zu zerstören misslangen bislang, so dass mittlerweile ein Teil als Museum für Eisenbahn- und Technik genutzt wird und ein Teil die bewegte Geschichte von Prora dokumentiert.
